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Archiv für die Kategorie ‘Musik’

Scrobbeln ohne den offiziellen Last.fm Client mit VLC, foobar2000 oder WinAmp

3. Juli 2014 Keine Kommentare

Ich wollte nach langer Zeit mal wieder ein wenig Musik scrobbeln. Der offizielle Last.fm Client kam nicht in Frage, da ich auf dem Rechner keine Adminrechte habe und die Software ohnehin nicht mag. Es musste also eine Alternative her.

In der Vergangenheit hatte ich zu diesem Zweck zeitweilig WinAmp in Kombination mit dem Plugin gen_audioscrobbler.dll (v1.1.1.0) im Einsatz. Aber WinAmp ist mir seit langem zu aufgebläht und auch nicht als vernünftige Portable Version erhältlich und somit keine Option mehr.

Die nächste Variante wäre foobar2000 mit dem Plugin foo_audioscrobbler (v1.4.7). Das funktioniert auch sehr gut und ist schnell und einfach eingerichtet. Einfach die ZIP-Datei speichern, in foobar2000 importieren und anschließend die Zugangsdaten eintragen.

Aber der einzige Player mit direkt integriertem Scrobbler, den ich finden konnte, scheint der VLC zu sein. Hier müssen keine alten, nicht mehr weiterentwickelte Plugins installiert werden, sondern der VLC bringt die Funktion standardmäßig mit. Nur deren Aktivierung scheint manchmal etwas zu haken, deshalb auch dieser Beitrag für alle, die auch ihre Probleme mit der Einrichtung haben.

Eins sei noch gesagt: ich beziehe mich hier auf die Portable Version des VLC. Nach einigen Versuchen kam ich auf die folgende Vorgehensweise:

Zuerst öffnet man das Verzeichnis der Portable Version (bei der normalen Version %appdata%). Unter Data => Settings einfach die Datei vlcrc löschen. Diese wird nach dem Start von VLC mit Standardwerten neu erstellt. Dann öffnet man in VLC unter Werkzeuge die Einstellungen. Man kann erstmal in den einfachen Einstellungen bleiben und klickt auf Audio. Der letzte Punkt muss aktiviert werden, damit sich die Anmeldefelder einblenden. Hier trägt man nun seinen Last.fm Benutzernamen und das Passwort ein und speichert anschließend.

vlc1

Anschließend öffnet man erneut die Einstellungen, diesmal allerdings die erweiterten Einstellungen. Nun muss kontrolliert werden, ob unter Interface => Kontroll-Interfaces auch die nötige Option aktiviert ist. Und unter Interface => Kontroll-Interfaces => Audioscrobbler nochmals kontrollieren, ob hier auch hier Benutzername und Passwort eingetragen sind.

vlc2

Man sollte meinen, dass es damit erledigt wäre, aber in den Meldungen (CTRL + M) mit Ausführlichkeit 2 tauchten dennoch keine Einträge des Scrobblers auf. Den VLC schließen und wieder zurück in den Explorer. Jetzt öffnet man die Datei vlcrc mit einem Editor und sucht nach scrobbler-url. Dieser Eintrag ist auskommentiert, die # muss weg, danach speichern und den VLC erneut starten. Jetzt sollte es auch mit dem scrobbeln klappen, in den Meldungen tauchten bei mir jetzt auch die passenden Einträge auf.

 
Auf einem System ohne Proxy sollte nun alles klappen. Leider habe ich eine fest vorgegebene Pac-Proxy Datei, welche den Internetzugang steuert. Ich schrieb zwar bereits, wie man mit benutzerdefinierten Umgebungsvariablen solchen Fällen begegnen kann, aber mittlerweile wurde der Rechner von XP auf Win 7 umgestellt und die Zugriffsbeschränkungen auf das System deutlich verschärft, womit diese Möglichkeit entfällt.

Und alle hier aufgeführten Scrobbler-Lösungen haben die selbe Schwachstelle: Sie ignorieren den eingetragenen Proxy in der Anwendung und versuchen eine direkte Verbindung zum Internet aufzubauen, was natürlich nicht funktioniert. Die Anmeldung klappt meistens sogar noch, aber die Übermittlung der gespielten Tracks will den direkten Weg…

Das ist zwar schade, aber auch nicht weiter tragisch, dann wird eben weiterhin nicht gescrobbelt. Aber zumindest hab ich mal wieder was hier gepostet 😀

 
Nachtrag:
Wer oft Musik bei Youtube, Pandora, Google Play Musik oder ähnlichen Diensten hört, kann ja mal einen Blick auf die Chrome Erweiterung Last.fm Scrobbler werfen. Unterstützt viele Webseiten und arbeitet nach ersten Probeläufen recht zuverlässig, wenngleich die Titelerkennung zumindest bei Youtube nicht unbedingt glänzen kann.

Petition gegen die GEMA Tarifreform 2013

22. Juni 2012 Keine Kommentare

Das Thema ist schon seit längerem in den Medien, was an seiner Aktualität aber nichts ändert (hab es selbst grad bei Golem mal wieder gefunden). Die GEMA will 2013 neue Tarife einführen, welche völlig fernab jeglicher Vernunft sind. Mehrkosten für einige Disco-Betreiber von bis zu 1200% sind rechnerisch schon nachgewiesen worden, die Tarife stellen eine Gefahr für alle Geschäfte dar, in denen öffentlich Musik abgespielt wird. Sei es Disco, Kneipe oder Restaurant.

Viel Kritik, die aber wie gewohnt an den Verantwortlichen abperlt. Neben der bisherigen Welle der Empörung auf Facebook, Twitter und anderen Diensten gibt es inzwischen auch eine Petition, initiiert von kultur-retten.de, um jeder einzelnen Stimme mehr Gewicht zu verleihen.

Am 25.06.2012 ist zudem von der Initiative FAIRplay in Berlin eine Demonstration gegen die Tarifreform geplant.

Ich hoffe, dass sich das Thema noch weiter verbreitet, das kann gar nicht weit genug gestreut werden. Erstmal muss diese Reform vom Tisch, im nächsten Schritt würde es mich sehr freuen, endlich auf Youtube alle Videos auch ohne Proxy ansehen zu können und vielleicht schafft man es in einigen Jahren ja sogar, sich von der Tyrannei einiger Fossilen wie der GEMA oder auch der GEZ gänzlich zu lösen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Spotify – Endlich ein Streaming-Dienst, der zu überzeugen weiß

30. Mai 2012 Keine Kommentare

Ganz neu ist Spotify zwar nicht mehr, und vielen schon längst ein Begriff… war bei mir nicht anders, gehört bzw. gelesen hab ich davon schon öfter, aber nun hab ich mich endlich mal dran gemacht und das ganze auch getestet.

Tjoa, was soll ich sagen, ich bin begeistert. Der Musikkatalog kann sich sehen lassen, selbst im Metal-Bereich findet sich sehr viel, was ich nicht für selbstverständlich halte. Oft findet man bei Streamingdiensten nur Charts-Müll, um den Mainstream anzulocken. Aber hier bekommt man die ganze Vielfalt an Musikrichtungen zur Verfügung gestellt, und das in einer äußerst guten Qualität.

Die PC-Software ist funktional, sieht weder besonders schön noch hässlich aus, ist nach kurzer Eingewöhnung recht übersichtlich und leicht zu bedienen und wartet mit vielen Zusatzinformationen zur Musik sowie einem App-System auf. Last.fm-Support ist direkt in den Client integriert, zusätzlich kann man sich auch noch eine zugehörige App installieren, die einem anschließend Musikvorschläge anhand der bei Last.fm gescrobbelten Songs in Spotify vorschlägt. Nur die Anzeige der Freunde klappt irgendwie nicht so richtig am PC.

Einen ähnlich runden Eindruck macht die IOS App. Hier werden die Freunde korrekt angezeigt, dafür fehlt der App-Support. Auf Last.fm Vorschläge muss man auf dem iPhone leider verzichten. Grandios ist dafür die Möglichkeit, Songs für die Offline-Nutzung temporär herunter zu laden. Das spart unterwegs kostbare Bandbreite, von der man bei aktuellen Handy-Tarifen ohnehin nie genug bekommt 🙂

Natürlich gibt es das ganze nicht umsonst, aber die Preise sind erstmals in meinen Augen richtig fair. Da gönnt man sich schon eher mal ein Abo. Hier das Preismodell von der Webseite:

Spotify Premium Spotify Unlimited Spotify Free
Preis 9,99 € pro Monat 4,99 € pro Monat Gratis
Millionen Titel sofort verfügbar Ja Ja Ja
Eigene MP3-Dateien abspielen und organisieren Ja Ja Ja
Spotify Social Ja Ja Ja
Musik im Ausland Ja Ja 14 Tage
Spotify Radio Ja Ja Nein
Keine Werbung Ja Ja Nein
Lokale Dateien auf dem Mobiltelefon wiedergeben Ja Nein Nein
Musik von Spotify auf dem Mobiltelefon wiedergeben Ja Nein Nein
Offline-Modus auf dem Desktop-Computer Ja Nein Nein
Offline-Modus auf dem Mobiltelefon Ja Nein Nein
Verbesserte Soundqualität Ja Nein Nein
Exklusive Inhalte Ja Nein Nein
Spotify über Musiksysteme in mehreren Räumen wiedergeben Ja Nein Nein

Mit Hilfe des Play-Buttons kann man gefundenes schnell und einfach mit anderen Teilen, sei es auf der eigenen Seite oder bei Facebook und Co. Das kann für einen einzelnen Song folgendermaßen aussehen:

 
Man kann aber auch gleich die Playlist für ein ganzes Album einbinden:

 
Leider hab ich zwar auch schon die ersten Bands gefunden, die noch nicht im Katalog von Spotify auftauchen, beispielsweise Falkenbach, aber das Problem wird man bei jedem Dienst haben, sei es Streaming, Shop oder gar Filesharing… restlos alles ist nirgendwo verfügbar. Noch nicht 🙂

Einziger wirklicher Kinken bei der ganzen Sache ist die Zwangsbindung an die Software. Mir wäre die Möglichkeit, direkt im Browser zu streamen (sei es Flash oder HTML5) tausendmal lieber, als auf jedem PC den Client zu installieren. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass dieser Dienst perfekt sei.