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Archiv für August, 2012

Excel – Inhalte als Plain Text einfügen

17. August 2012 Keine Kommentare

Wer oft mit Excel arbeitet, dürfte das folgende Problem nur zu gut kennen. Man kopiert Daten aus der einen Tabelle, fügt sie in der nächsten ein und siehe da, die Formatierung ist hinüber. Also entweder manuell nachbessern oder aber Bearbeiten => Inhalte einfügen… verwenden.

Dieses Fenster erscheint, wenn man innerhalb von Excel Daten kopiert. Bei mir kommt das täglich beruflich vor. Und da es sehr nervig sein kann, sich jedes mal durch das Menü zu klicken, hab ich mir die Funktion Werte einfügen auf die Symbolleiste gezogen.

Mit dieser kleinen Anpassung kann man schon ein gutes Stück schneller arbeiten. Aber was tun, wenn Daten von einer externen Anwendung in Excel eingefügt werden sollten, beispielsweise ein Link aus dem Browser. Werte einfügen funktioniert in diesem Fall nicht. Also erstmal wieder Bearbeiten => Inhalte einfügen…

Excel blendet ein völlig anderes Menü auf, sobald die Zwischenablage Daten enthält, die nicht aus einer Excel-Tabelle stammen. Leider gibt es für diesen Fall keine vorgefertigte Funktion, die man sich einfach so auf die Symbolleiste legen kann. Aber hier kann man mit einem Makro Abhilfe schaffen. Und da man diese Funktion ständig brauchen kann, wird sie auch gleich gloabl verfügbar gemacht.

Es wird also in der PERSONAL.XLS ein Modul angelegt und darin folgender Makro-Code gespeichert:

Sub AlsTextEinfuegen()
   ActiveSheet.PasteSpecial Format:="Text", Link:=False, DisplayAsIcon:=False
End Sub

Das war es im Grunde auch schon. Das Makro macht genau das selbe, was man vorher manuell erledigt hat. Es fügt beliebige Inhalte aus der Zwischenablage als reinen Text ein. Jetzt kann man dem Makro wahlweise eine Tastenkombination zuweisen oder es auf die Symbolleiste legen. Ich habe letzteres gemacht.

Das Symbol hab ich gleich neben Werte einfügen abgelegt, somit sind beide immer schnell zu erreichen. Solange der Anpassen-Modus noch aktiv ist, kann mit einem Rechtsklick auf das Symbol selbiges geändert werden und dem Symbol auch ein Makro zugewiesen werden.

Jetzt hat man 2 Buttons in der Symbolleiste, mit deren Hilfe man deutlich schneller und komfortabler Inhalte ohne Formatierung einfügen kann.

 
Btw… um in Word das gleiche Ergebnis zu erzielen, muss folgender Makro-Code genutzt werden:

Sub AlsTextEinfuegen()
    Selection.PasteAndFormat (wdFormatPlainText)
End Sub

Gespeichert wird das Makro in der Normal.dot, was der PERSONAL.XLS entspricht. Angelegt wird diese nach dem selben Schema, erstmal ein Dummy-Makro erstellen und dann wie oben beschrieben fortfahren.

PERSONAL.XLS(B) – Die Excel Arbeitsmappes für globale Makros

17. August 2012 4 Kommentare

Makros können einem das tägliche Arbeiten mit Excel ein gutes Stück vereinfachen. Einige Makros sind anwendungsspezifisch und daher nur in einer bestimmten Datei nutzbar, andere hingegen sind universell einsetzbar. Da liegt es Nahe, diese auch global für alle geöffneten Dateien verfügbar zu machen, ohne den Code in jede Datei kopieren zu müssen oder immer eine zusätzliche Datei geöffnet zu haben, die man ansonsten für die Arbeit gar nicht benötigt.

Für genau diesen Fall gibt es die PERSONAL.XLS (ab Office 2007 PERSONAL.XLSB). Sie wird automatisch im Hintergrund geladen, wenn Excel geöffnet wird. Somit gibt es zwar kein Fenster für diese Datei, durch das man auf die Arbeitsblätter zugreifen könnte, aber die Makros sind dennoch jederzeit aufrufbar.

Hinweis: Alle nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf Office 2003!

 
Anlegen der PERSONAL.XLS

Die Datei sollte durch Excel angelegt werden. Hierzu wird einfach ein beliebiges Dummy-Makro aufgezeichnet. Extras => Makro => Aufzeichnen…

Im Feld Makro speichern in: muss Persönliche Makroarbeitsmappe ausgewählt sein.

Anschließend eine beliebige Aktion aufzeichnen, beispielsweise das Einfärben einer Spalte und die Aufzeichnung beenden. Nun Excel beenden und die Sicherheitsabfrage mit Ja bestätigen.

Fertig. Nachdem Excel erneut geöffnet wurde, ist das Dummy-Makro jederzeit ausführbar.

 
Und nun ein sinnvolles Makro erstellen

Je komplexer ein Makro sein soll, umso geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es sich mit dem Rekorder erstellen lässt. Also öffnet man mit ALT + F11 den VBA-Editor. In der linken Baumstruktur befindet sich ein Eintrag für die Datei PERSONAL.XLS. Dieser am besten als erstes einen ordentlichen Namen geben: Rechte Maustaste => Eigenschaften von … und dann unter Projektname die Beschriftung ändern.

Da bereits ein Dummy-Makro erzeugt wurde, hat Excel ein Modul angelegt, welches den Code des Makros enthält. Diesen kann man nun mit beliebigem eigenen Code ersetzen.

 
Speicherort herausfinden

Je nach verwendeter Office Version und Systemkonfiguration kann sich der Speicherort der PERSONAL.XLS unterscheiden. Es gibt aber einen schnellen Weg, dennoch an den Speicherpfad zu gelangen. Dazu öffnet man wieder den VBA-Editor.

  1. Excel öffnen
  2. Mit ALT + F11 den VBA Editor öffnen
  3. Mit STRG + G den Direktbereich öffnen
  4. Mit STRG + A den gesamten Inhalt des Direktbereich markieren
  5. ?Application.StartupPath eingeben
  6. Mit ENTER bestätigen

Jetzt bekommt man den Pfad der PERSONAL.XLS angezeigt. In meinem Fall ist das

D:\Dokumente und Einstellungen\Schmidt.M\Anwendungsdaten\Microsoft\Excel\XLSTART

oder kurz und universell nutzbar

%APPDATA%\Microsoft\Excel\XLSTART

Raspberry Pi – Wann geht es weiter?

8. August 2012 Keine Kommentare

Nun war es ja einige Wochen ruhig hier, und das, obwohl ich es im voraus gar nicht abwarten konnte, die kleine Platine endlich in Händen zu halten. Aber wie es nunmal so ist mit dem Schicksal, dem Timing oder den unerwartet kommenden (sprich langfristig geplanten) Dingen: Sie werfen dann doch wieder jeden Plan über den Haufen ^^

Der Raspberry Pi liegt seit seiner Ankunft sicher verpackt in einem Karton, einem von vielen, denn zwischendurch stand ein Umzug an, bei 2 weiteren wurde geholfen und dann gab es tatsächlich auch noch hin und wieder ein wenig gutes Wetter. Ich weiß, das ist kaum vorstellbar, bei diesem Qualitätssommer, aber ich habe die Sonne gesehen, es gibt sie also nachweißlich noch 😀

Egal, so langsam kehrt Ruhe ein, die neue Wohnung ist mehr oder minder fertig eingerichtet, nahezu alle Möbel stehen bzw. hängen dort, wo man sie haben will, also sollte sich demnächst auch wieder etwas Zeit finden lassen, um sich den kleinen Dingen zuzuwenden ^^

Ouya – Die Android Konsole für kleines Geld

8. August 2012 Keine Kommentare

Das Thema ist inzwischen ein paar Wochen alt und auf nahezu allen Tech-Kanälen wurde mittlerweile darüber berichtet. Kein Wunder, ist es doch eines der erfolgreichsten, wenn nicht sogar das erfolgreichste Kickstarter-Projekt überhaupt. $950,000 waren das erklärte Finanzierungsziel, derzeit steht der Spendenzähler bei stolzen $7,571,069. Die Entwickler haben also mal eben die 8-fache Summe einstreichen können und dürfen sich gleichzeitig über knappe 50000 Vorbesteller freuen.

Grundsätzlich finde ich das Projekt sehr interessant. Die Hardwareausstattung fällt um einiges üppiger aus als beim Raspberry Pi, mit knappen 100€ Anschaffungspreis liegt das ganze auch im absolut erträglichem Rahmen und die Ankündigung, dass die Konsole sehr leicht zu Rooten sein soll, rundet den guten Ersteindruck ab.

Man hat auch schon starke Partner an Board geholt, um den Erfolg von Ouya zu sichern. Die mit Abstand wichtigste Nachricht ist mit Sicherheit für viele, dass XBMC portiert wird. Nicht weniger spannend finde ich die Kooperation mit OnLive. Weniger bemerkenswert finde ich hingegen, dass man inzwischen schon „exklusive Titel“ benennen kann…

OnLive ist meine persönliche, große Hoffnung. Vorausgesetzt, der Dienst startet hier in Deutschland irgendwann mal. Denn auch wenn ich in den meisten Wirtschaftsbereichen voll und ganz der Meinung bin, dass Vielfalt und Konkurrenz das Geschäft belebt, sehe ich das bei Spieleplattformen ganz anders. Die Hardwareentwickler werden von der Unterhaltungsindustrie ohnehin dazu getrieben, immer neuere und schnellere Geräte auf den Markt zu bringen, da ist Konkurrenz nicht die treibende Kraft. Und jetzt gesellt sich also noch ein weiterer Hersteller hinzu. 🙁

Warum mich das stört? Da kann ich nur das bereits genutzte Schlagwort Exklusiv-Spiele erneut vorbringen. Oft handelt es sich bei diesen auch gleich um so ziemlich das beste, was die Plattform zu bieten hat. Man würde es auch unheimlich gerne konsumieren, aber wer hat schon Lust, sich jede aktuelle Hardware zu kaufen. Naja, Lust vielleicht schon, das nötige Kleingeld ist wohl eher das Problem. Und da käme OnLive grade recht, denn dadurch würde man in den Genuss aller Systeme kommen und gleichzeitig auch noch künftige Ausgaben in neuere Hardware überflüssig machen. Aber das wiederum wäre nicht gut für die Hersteller, denn dann gibts sinkende Absatzzahlen und somit weniger Anreiz für die Kreativbranche, die Hardware zu berücksichtigen…ach, alles ein Teufelskreis. ^^

Obendrein sehe ich auf die Spieler ein ganz anderes, noch viel gewichtigeres Problem zukommen. Ouya schlägt die Brücke zwischen mobiler Kurzunterhaltung und der klassischen Wohnzimmerunterhaltung, bei der ganz andere Maßstäbe gelten. Daheim hat man Zeit, da kann und sollte ein Spiel gern mindestens über 20 Stunden Spielzeit beanspruchen, auch längere Passagen ohne Speichermöglichkeit sind dort leicht zu bewältigen. Die Mobile-Games hingegen sind meist inhaltlich sehr kurz gestaltet, setzen oft auf Endloswiederholung statt fortlaufende Story und speichern quasi durchgehend, damit man jederzeit das Handy wegstecken kann. Über die preislichen Unterschiede brauch man gar nicht reden, 0,79€ vs 60,00€, auch da bewegt man sich in ganz unterschiedlichen Welten.

Aber nun soll beides im Wohnzimmer vereint werden. Ich bin mir nicht sicher, ob der klassische Spielemarkt dies übersteht, denn auch ohne den Konkurrenzdruck durch die Mobile-Games hat die inhaltliche Qualität vieler Spiele in den letzten Jahren schon sehr zu Gunsten besserer Grafik leiden müssen. Auch die Spielerschaft scheint über die Jahre dümmer geworden zu sein, sonst müssten aktuelle Spiele nicht immer leichter werden, immer mehr visuelle Hilfen anbieten und ein dichtes Netz an Speicherpunkten bieten. Es ist jetzt schon schwer genug, gute erzählte und fordernde Spiele zu finden, Ouya wird die Situation leider kaum verbessern.

Wie es letztlich kommen wird, muss sich allerdings noch zeigen. Wer bisher kein Android-Nutzer ist, wird durch Ouya nicht schlagartig bekehrt und Apple wäre schön blöd, wenn sie für die unzähligen IOS-Spiele keine ähnliche Möglichkeit schaffen würden.