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Artikel Tagged ‘Android’

Ouya – Die Android Konsole für kleines Geld

8. August 2012 Keine Kommentare

Das Thema ist inzwischen ein paar Wochen alt und auf nahezu allen Tech-Kanälen wurde mittlerweile darüber berichtet. Kein Wunder, ist es doch eines der erfolgreichsten, wenn nicht sogar das erfolgreichste Kickstarter-Projekt überhaupt. $950,000 waren das erklärte Finanzierungsziel, derzeit steht der Spendenzähler bei stolzen $7,571,069. Die Entwickler haben also mal eben die 8-fache Summe einstreichen können und dürfen sich gleichzeitig über knappe 50000 Vorbesteller freuen.

Grundsätzlich finde ich das Projekt sehr interessant. Die Hardwareausstattung fällt um einiges üppiger aus als beim Raspberry Pi, mit knappen 100€ Anschaffungspreis liegt das ganze auch im absolut erträglichem Rahmen und die Ankündigung, dass die Konsole sehr leicht zu Rooten sein soll, rundet den guten Ersteindruck ab.

Man hat auch schon starke Partner an Board geholt, um den Erfolg von Ouya zu sichern. Die mit Abstand wichtigste Nachricht ist mit Sicherheit für viele, dass XBMC portiert wird. Nicht weniger spannend finde ich die Kooperation mit OnLive. Weniger bemerkenswert finde ich hingegen, dass man inzwischen schon „exklusive Titel“ benennen kann…

OnLive ist meine persönliche, große Hoffnung. Vorausgesetzt, der Dienst startet hier in Deutschland irgendwann mal. Denn auch wenn ich in den meisten Wirtschaftsbereichen voll und ganz der Meinung bin, dass Vielfalt und Konkurrenz das Geschäft belebt, sehe ich das bei Spieleplattformen ganz anders. Die Hardwareentwickler werden von der Unterhaltungsindustrie ohnehin dazu getrieben, immer neuere und schnellere Geräte auf den Markt zu bringen, da ist Konkurrenz nicht die treibende Kraft. Und jetzt gesellt sich also noch ein weiterer Hersteller hinzu. 🙁

Warum mich das stört? Da kann ich nur das bereits genutzte Schlagwort Exklusiv-Spiele erneut vorbringen. Oft handelt es sich bei diesen auch gleich um so ziemlich das beste, was die Plattform zu bieten hat. Man würde es auch unheimlich gerne konsumieren, aber wer hat schon Lust, sich jede aktuelle Hardware zu kaufen. Naja, Lust vielleicht schon, das nötige Kleingeld ist wohl eher das Problem. Und da käme OnLive grade recht, denn dadurch würde man in den Genuss aller Systeme kommen und gleichzeitig auch noch künftige Ausgaben in neuere Hardware überflüssig machen. Aber das wiederum wäre nicht gut für die Hersteller, denn dann gibts sinkende Absatzzahlen und somit weniger Anreiz für die Kreativbranche, die Hardware zu berücksichtigen…ach, alles ein Teufelskreis. ^^

Obendrein sehe ich auf die Spieler ein ganz anderes, noch viel gewichtigeres Problem zukommen. Ouya schlägt die Brücke zwischen mobiler Kurzunterhaltung und der klassischen Wohnzimmerunterhaltung, bei der ganz andere Maßstäbe gelten. Daheim hat man Zeit, da kann und sollte ein Spiel gern mindestens über 20 Stunden Spielzeit beanspruchen, auch längere Passagen ohne Speichermöglichkeit sind dort leicht zu bewältigen. Die Mobile-Games hingegen sind meist inhaltlich sehr kurz gestaltet, setzen oft auf Endloswiederholung statt fortlaufende Story und speichern quasi durchgehend, damit man jederzeit das Handy wegstecken kann. Über die preislichen Unterschiede brauch man gar nicht reden, 0,79€ vs 60,00€, auch da bewegt man sich in ganz unterschiedlichen Welten.

Aber nun soll beides im Wohnzimmer vereint werden. Ich bin mir nicht sicher, ob der klassische Spielemarkt dies übersteht, denn auch ohne den Konkurrenzdruck durch die Mobile-Games hat die inhaltliche Qualität vieler Spiele in den letzten Jahren schon sehr zu Gunsten besserer Grafik leiden müssen. Auch die Spielerschaft scheint über die Jahre dümmer geworden zu sein, sonst müssten aktuelle Spiele nicht immer leichter werden, immer mehr visuelle Hilfen anbieten und ein dichtes Netz an Speicherpunkten bieten. Es ist jetzt schon schwer genug, gute erzählte und fordernde Spiele zu finden, Ouya wird die Situation leider kaum verbessern.

Wie es letztlich kommen wird, muss sich allerdings noch zeigen. Wer bisher kein Android-Nutzer ist, wird durch Ouya nicht schlagartig bekehrt und Apple wäre schön blöd, wenn sie für die unzähligen IOS-Spiele keine ähnliche Möglichkeit schaffen würden.

Raspberry Pi Gertboard statt Arduino Board

14. Juni 2012 Keine Kommentare

So langsam kommt der Tag X näher, an dem der Raspberry Pi auf meinem Schriebtisch liegt. Es wird somit Zeit, sich schon mal ein wenig intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen.

Und gleich eine der ersten gefundenen Infos wusste zu begeistern: das Gertboard sieht äußerst interessant aus. Wenn dann nach Veröffentlichung auch noch der Preis stimmen sollte, kann ich die Anschaffung eines Arduino Boards erstmal auf unbestimmte Zeit aussetzen, denn das Gertboard scheint grundsätzlich das selbe Einsatzgebiet abzudecken. Was aber nicht heißt, dass der Arduino damit für mich aus der Welt ist, dafür habe ich ihn schon viel zu lange auf der Haben-will Liste.

Zuerst werde ich allerdings die Einsatzmöglichkeiten des Raspberry Pi als Media Center ergründen. Vielleicht gibt es bis zu seiner Ankunft schon eine stabile Version des Raspbmc, oder aber ich spiele eine wenig mit OpenELEC herum. Ebenfalls sehr interessant finde ich die Idee, den Music Player Dae­mon (MPD) zu installieren (danke an Kaffeeringe). Anschließend kann dieser dann z.B. via MPoD auf IOS-Geräten, Droid MPD auf Android-​Geräten, QMPD­Cli­ent unter Linux oder Win­MCC unter Win­dows ferngesteuert werden.

Auch der Einsatz von Emulatoren am Fernseher mitsamt Controller-Unterstützung steht auf der Liste. Und sobald das Gertboard veröffentlicht wird, kann man sich ganz neuen Aufgaben zuwenden. Langweilig sollte einem so schnell nicht werden ^^

Spotify – Endlich ein Streaming-Dienst, der zu überzeugen weiß

30. Mai 2012 Keine Kommentare

Ganz neu ist Spotify zwar nicht mehr, und vielen schon längst ein Begriff… war bei mir nicht anders, gehört bzw. gelesen hab ich davon schon öfter, aber nun hab ich mich endlich mal dran gemacht und das ganze auch getestet.

Tjoa, was soll ich sagen, ich bin begeistert. Der Musikkatalog kann sich sehen lassen, selbst im Metal-Bereich findet sich sehr viel, was ich nicht für selbstverständlich halte. Oft findet man bei Streamingdiensten nur Charts-Müll, um den Mainstream anzulocken. Aber hier bekommt man die ganze Vielfalt an Musikrichtungen zur Verfügung gestellt, und das in einer äußerst guten Qualität.

Die PC-Software ist funktional, sieht weder besonders schön noch hässlich aus, ist nach kurzer Eingewöhnung recht übersichtlich und leicht zu bedienen und wartet mit vielen Zusatzinformationen zur Musik sowie einem App-System auf. Last.fm-Support ist direkt in den Client integriert, zusätzlich kann man sich auch noch eine zugehörige App installieren, die einem anschließend Musikvorschläge anhand der bei Last.fm gescrobbelten Songs in Spotify vorschlägt. Nur die Anzeige der Freunde klappt irgendwie nicht so richtig am PC.

Einen ähnlich runden Eindruck macht die IOS App. Hier werden die Freunde korrekt angezeigt, dafür fehlt der App-Support. Auf Last.fm Vorschläge muss man auf dem iPhone leider verzichten. Grandios ist dafür die Möglichkeit, Songs für die Offline-Nutzung temporär herunter zu laden. Das spart unterwegs kostbare Bandbreite, von der man bei aktuellen Handy-Tarifen ohnehin nie genug bekommt 🙂

Natürlich gibt es das ganze nicht umsonst, aber die Preise sind erstmals in meinen Augen richtig fair. Da gönnt man sich schon eher mal ein Abo. Hier das Preismodell von der Webseite:

Spotify Premium Spotify Unlimited Spotify Free
Preis 9,99 € pro Monat 4,99 € pro Monat Gratis
Millionen Titel sofort verfügbar Ja Ja Ja
Eigene MP3-Dateien abspielen und organisieren Ja Ja Ja
Spotify Social Ja Ja Ja
Musik im Ausland Ja Ja 14 Tage
Spotify Radio Ja Ja Nein
Keine Werbung Ja Ja Nein
Lokale Dateien auf dem Mobiltelefon wiedergeben Ja Nein Nein
Musik von Spotify auf dem Mobiltelefon wiedergeben Ja Nein Nein
Offline-Modus auf dem Desktop-Computer Ja Nein Nein
Offline-Modus auf dem Mobiltelefon Ja Nein Nein
Verbesserte Soundqualität Ja Nein Nein
Exklusive Inhalte Ja Nein Nein
Spotify über Musiksysteme in mehreren Räumen wiedergeben Ja Nein Nein

Mit Hilfe des Play-Buttons kann man gefundenes schnell und einfach mit anderen Teilen, sei es auf der eigenen Seite oder bei Facebook und Co. Das kann für einen einzelnen Song folgendermaßen aussehen:

 
Man kann aber auch gleich die Playlist für ein ganzes Album einbinden:

 
Leider hab ich zwar auch schon die ersten Bands gefunden, die noch nicht im Katalog von Spotify auftauchen, beispielsweise Falkenbach, aber das Problem wird man bei jedem Dienst haben, sei es Streaming, Shop oder gar Filesharing… restlos alles ist nirgendwo verfügbar. Noch nicht 🙂

Einziger wirklicher Kinken bei der ganzen Sache ist die Zwangsbindung an die Software. Mir wäre die Möglichkeit, direkt im Browser zu streamen (sei es Flash oder HTML5) tausendmal lieber, als auf jedem PC den Client zu installieren. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass dieser Dienst perfekt sei.